Montessori-Schule feiert Einweihung ihres Neubaus

Die Brücke als Symbol eines tragfähigen Projektes
Foto: wita / Udo Mallmann

Vertrauen und Verantwortung, Respekt und Toleranz, Mut und Gemeinschaft – an dem Tag, an dem die Montessori-Schule in der Wiesbadener Straße ihren Neubau einweihte und gleichzeitig ihr zehnjähriges Bestehen und den 143. Geburtstag von Maria Montessori feierte, ging es um Werte und Gefühle, die gleichermaßen Motor für ein Projekt waren, an dem zunächst viele zweifelten. 

Schuleiter Michael Kaiser kann es selbst kaum glauben, als er durch das neue Gebäude führt, in dem nun auf drei Stockwerken die drei Lerngruppen in modernsten Räumen untergebracht sind. „Eine Punktlandung“, schwärmt er, dass nicht nur der Zeitplan, sondern auch der Kostenrahmen eingehalten wurde. Mit den Worten „Hier wird einiges bewegt“ ließ er als Symbol der Tragfähigkeit des erfolgreich umgesetzten Projektes mit Vertretern aller am Bau Beteiligten eine Brücke bauen.

In der Montessori-Schule gibt es jetzt nicht nur eine Aula, in der bis in die Abendstunden gefeiert wurde, sondern auch eine großzügige Küche, die einen Mensabetrieb für die 120 Schüler und 35 Mitarbeiter möglich macht. Im Naturwissenschaftsraum hilft modernste Technik den pädagogischen Alltag zu gestalten, in lichten Räumen werden „Lümmelfenster“ eingerichtet, für die sogenannten Lernbegleiter gibt es Teamräume.

Elektronische Lüftung

Dicke Luft gehört in dieser Schule der Vergangenheit an, da eine elektronisch gesteuerte Lüftung, die erkennt, wie viele Menschen im Raum sind, für Frischluft sorgt. Und an der frischen Luft gibt es für die Jungen und Mädchen, deren Schulhof im vergangenen Jahr teilweise nur 1,20 Meter breit war, auch endlich Platz. Denn dort, wo vor Kurzem noch in Containern unterrichtet wurde, nimmt das Außengelände langsam Gestalt an.

Andreas Salomon vom Vorstand des Trägervereins blickte zurück, erinnerte an die Entscheidung vor vier Jahren, die Schule auf dem ehemaligen Gelände der Autobahnpolizei zu erweitern, an den „glücklichen Umstand“, mit der Kommunalen Wohnungsbau (KWB) einen Bauherrn und Partner gewonnen zu haben, der das notwendige Vertrauen in die Schule hat, an die zusätzliche finanzielle Belastung für die Eltern, die zum großen Teil ohnehin mit großem Engagement in etlichen Arbeitskreisen den Schulalltag und das Bauprojekt unterstützten und unterstützen. Mit der besten Projektbetreuung und nicht zuletzt den besten Handwerkern „war es möglich, Hand in Hand den Masterplan einzuhalten“. Ditmar Joest, Geschäftsführer der KWB, die das Gebäude an die Schule vermietet, betonte, dass zum einen das große Vertrauen in diese private Initiative, aber auch ein Faible für Pädagogik dazu führten, dass die KWB 3,5 Millionen Euro investierte. Da es gleichwohl noch an einigem Mobiliar fehlt, hatte er neben dem symbolischen goldenen Schlüssel einen Scheck über 1111 Euro mitgebracht.

Kein Geld aber lobende Worte gab es vonseiten des Rheingau-Taunus-Kreises, vertreten durch Ernst Garkisch. Bürgermeister Gerhard Krum verneigte sich vor der Leistung der Eltern, bevor er in die Knie ging und die Kinder fragte, wie sie denn den Umbau erlebt haben. Kritisch merkte er an, dass es noch ein weiter Weg sei, bis Staat, Gesellschaft und Politik bereit seien, die Montessori-Pädagogik anzuerkennen und ihr die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. „Auch entsprechende Anfragen an die Stadt wurden immer mit einem Nein beantwortet.“ Umso beeindruckender sei das stets lösungsorientierte Vorgehen der Beteiligten gewesen.

Nachdem auch der Förderverein und eine Vertreterin der Gründungseltern gratuliert hatten, skizzierte Michael Kaiser noch einmal tief berührt den Weg von der Vision zur Wirklichkeit und warf einen Blick in die Zukunft. „Vielleicht haben wir ja bald hier nicht nur eine Grundschule und integrierte Gesamtschule, sondern auch eine gymnasiale Oberstufe und Sporthalle“, schmunzelte er. „Lernen kann gelingen.“

Quelle: Wiesbadener Kurier 

 

 


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